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Forum zur Europäischen Bürgerinitiative

My Voice, My Choice: Für einen Zugang zu sicheren Abtreibungen

 

My Voice, My Choice: Für einen Zugang zu sicheren Abtreibungen

„My Voice, My Choice: Für einen Zugang zu sicheren Abtreibungen“ ist die zwölfte Europäische Bürgerinitiative (EBI), für die die erforderliche Zahl an Unterschriften gesammelt werden konnte. Im Rahmen der Initiative wurde vorgeschlagen, einen freiwilligen Mechanismus zur finanziellen Unterstützung durch die EU zu schaffen, mit dem Mitgliedstaaten unterstützt werden, Abtreibungsdienstleistungen für Personen bereitzustellen, die in ihrem eigenen Land keinen Zugang dazu haben. 

„My Voice, My Choice“ wurde am 10. April 2024 registriert und stieß schnell auf breite Zustimmung. Die Kampagne begann offiziell am 24. April 2024 mit der Unterschriftensammlung – am Ende kamen 1 124 513 überprüfte Unterstützungsbekundungen zusammen. Die Schwellenwerte wurden in 19 Mitgliedstaaten erreicht.  Die gesammelten Unterschriften wurden den jeweiligen nationalen Behörden sofort zur Überprüfung vorgelegt.

Nach dem Überprüfungsverfahren wurde die Initiative am 1. September 2025 förmlich bei der Europäischen Kommission eingereicht. Als Reaktion auf die Initiative nahm die Kommission am 26. Februar 2026 eine Mitteilung an, in der sie die im Anschluss an die Initiative geplanten Maßnahmen darlegte. 

  1. Registrierung der Initiative 

    10.4.2024

  2. Beginn der Unterschriftensammlung 

    24.4.2024

  3. Ende der Unterschriftensammlung 

    24.4.2025

  4. Initiative bei der Europäischen Kommission eingereicht 

    1.9.2025

  5. Antwort der Europäischen Kommission 

    26.2.2026

Tipps und Tricks für künftige Organisationsteams

Bauen Sie noch vor dem Start ein Netzwerk aus nationalen Koordinator*innen auf

Mithilfe kompetenter Koordinator*innen in jedem EU-Land können Sie sicher sein, dass Menschen vor Ort für die Sache eintreten und die Unterschriftensammlung, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit für die jeweilige Kultur relevant sind.

Jede Unterstützung macht einen Unterschied 

Selbst kleine Beiträge – ein paar Unterschriften, ein geteilter Beitrag in den sozialen Medien, eine Spende von 5 EUR – machen in Summe eine ganze Bewegung. Vergessen Sie Ihr Ego – das gemeinsame Ziel steht im Mittelpunkt.

Suchen Sie sich überall Verbündete.

 „My Voice, My Choice“ wurde nicht nur von Gruppen mit feministischen Zielen oder mit einem Fokus auf reproduktive Gesundheit unterstützt, sondern auch von Kletterverbänden, Universitätsvereinen, Musiker*innen und Schauspieler*innen. Unterstützung aus unerwarteter Richtung vergrößert Ihre Reichweite.

Setzen Sie Influencer*innen und Meinungsführer*innen strategisch ein. 

Ein einziger Beitrag oder ein einziges Video in den sozialen Medien von einer bekannten Persönlichkeit, der die Menschen vertrauen, kann innerhalb weniger Stunden Tausende für die Sache gewinnen. Stellen Sie aber sicher, dass die Arbeit mit Influencer*innen den Aufbau von Koalitionen an der Basis und vor Ort ergänzt und nicht ersetzt.

Der Plan für das Fundraising sollte von Tag Eins an feststehen.

Werden Sie kreativ! Kombinieren Sie Stiftungsmittel, Einzelspenden und z. B. den Verkauf von Werbeartikeln, um Druckprodukte, Reisen, rechtliche Unterstützung und Veranstaltungen zu finanzieren.

Die Strategie hinter der Initiative

Vorbereitung

„Diese Initiative vereint alles, was uns am Herzen liegt: den Kampf für Veränderung mit rechtlichen und demokratischen Mitteln, das Zusammenbringen von Menschen und den Aufbau einer Bewegung voller Güte und Hoffnung.“ – Nika Kovač, Koordinatorin, „My Voice, My Choice“

Im Jahr 2022 entschied der Oberste Gerichtshof der USA, das Urteil Roe v Wade aufzuheben. Nika Kovač, die damals in den USA lebte, und ihre Vertraute Sarah machten sich Gedanken, dass es vielleicht auch in Europa zu einem solchen Rückschritt kommen könnte. So wurde die Idee für „My Voice, My Choice“ geboren. Während ihrer Zeit beim „Institut des 8. März“ (Inštitut 8. marec), einer feministischen Organisation aus Slowenien, die bereits erfolgreich mittels Unterschriftenkampagnen auf nationale Rechtsvorschriften Einfluss genommen hat, sammelte Kovač wertvolle Erfahrungen. So erkannte sie in der Europäischen Bürgerinitiative das ideale Instrument: Sie ist der einzige demokratische Weg, mit dem Bürger*innen direkt Änderungen am EU-Recht vorschlagen können.

In der Vorbereitungsphase ging es darum, einen Vorschlag zu entwerfen, der sowohl in die Zuständigkeiten der EU fällt als auch Menschen in 27 unterschiedlichen Ländern emotional anspricht. Dem Organisationsteam war bewusst, dass eine Harmonisierung der nationalen Abtreibungsgesetze nicht in die Zuständigkeit der EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit fällt.  Daher entschied es sich, sich für einen gezielten finanziellen Solidaritätsmechanismus einzusetzen, durch den Menschen grenzüberschreitend Zugang zu sicheren Abtreibungen erhalten, falls diese in ihrem Land nicht zugänglich sind.

Aufbau eines Netzwerks aus Partnern und Freiwilligen

„My Voice, My Choice“ wurde zu einer der größten feministischen Bewegungen Europas und von über 300 Organisationen und nationalen Koordinator*innen in fast allen EU-Mitgliedstaaten unterstützt. Das Organisationsteam nutzte für seine Kampagne nationale Koordinator*innen, die die Zivilgesellschaft, politische Akteur*innen und Bürger*innen auf lokaler Ebene durch Veranstaltungen und Unterschriftensammlungen, die in ihren heimischen Gemeinschaften Anklang fanden, miteinander in Kontakt bringen konnten.

Unterstützung kam auch von unerwarteter Stelle, z. B. von Kletterverbänden, Universitätsvereinen und Personen des öffentlichen Lebens wie Sänger*innen und Schauspieler*innen. So schaffte es die Initiative, auch Menschen anzusprechen, die normalerweise nicht für feministische oder reproduktive Rechte eintreten würden.

Mittelbeschaffung und Ressourcen

Die Mittel der Kampagne setzten sich aus Stiftungsgeldern, Einzelspenden und – sehr innovativ – Einnahmen aus dem Verkauf von Werbeartikeln in ihrem Webshop zusammen. Artikel wie T-Shirts, Kapuzenpullover oder Becher mit der Aufschrift „My Voice, My Choice“ brachten einerseits Einnahmen ein und sorgten andererseits für ein Gefühl von Gemeinschaft und Solidarität. Freiwillige erzählten, wie sehr sie sich jedes Mal freuten, wenn sie jemanden mit einem Kampagnenshirt auf der Straße sahen.

 

„Mein Tipp: Suchen Sie sich eine starke Idee und eine Sache, für die Sie brennen, denn das wird die längste Kampagne Ihres Lebens. Die Kampagne macht nie Pause, und Sie und Ihr Team werden müde werden. Die Sache muss Ihnen so wichtig sein, dass Sie bereit sind, wenn nötig unbezahlt dafür zu arbeiten.“ – Nika Kovač

Der größte Teil der Mittel wurde für rechtliche Beratung, Druckprodukte, Veranstaltungen und Reisen ausgegeben. Das Organisationsteam hebt hervor, dass begrenzte Ressourcen kein Genickbruch für eine Kampagne sein müssen. Energie, Entschlossenheit und schlaflose Nächte können ein geringeres Budget wettmachen – wichtig ist nur, dass alle für die Sache brennen.

 

Hinweis: Weitere Informationen über die Unterstützung und Finanzierung von „My Voice, My Choice“ finden Sie auf der Seite der Initiative im EBI-Register. Hinweis zu Spenden von Privatpersonen*: Etwa 22 Sponsorbeiträge kamen von Privatpersonen. Die Summen reichten von 250 bis 5 000 EUR.

Kampagnenstrategie und Plan für die Sammlung von Unterschriften

Für die Kampagne für „My Voice, My Choice“ nutzte das Organisationsteam die von ihnen benannte „MAGIE-Formel“: „Mut, Aktion, Geduld, Irrtum und Einsatz“. Jedes dieser Elemente spielte eine wichtige Rolle auf dem Weg von einer gewagten Idee zu über einer Million Unterschriften.

Mut: Sich Online-Hass, Verleumdungskampagnen und politischem Gegenwind auszusetzen, brauchte Mut. Ebenso brauchte es Mut, um kalkulierte Risiken einzugehen, z. B. direkt mit Influencer*innen Kontakt aufzunehmen, die der Kampagne in Ländern, in denen die Schwellenwerte noch nicht erreicht worden waren, Aufwind geben konnten.

Aktion: Aktion bedeutete, eine ständige Dynamik aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck wurden öffentliche Veranstaltungen, Medienauftritte, besondere Aktionstage und Unterschriftensammelaktivitäten sowohl in politischen als auch in alltäglichen Kontexten wie bei Marathons oder Gemeindefesten organisiert.

Geduld: Der komplexe Prozess der Partnerfindung, der Ausarbeitung des Vorschlags und des Aufbaus des Netzwerks nationaler Koordinator*innen vor Beginn der Unterschriftensammlung erforderte Geduld.

Irrtum: Aus Irrtümern lässt sich lernen: Jede erfolglose Veranstaltung, jeder Beitrag auf den sozialen Medien ohne viel Reaktion und jede abgelehnte Partnerschaft wurde zur Verbesserung der Kampagne genutzt.

Einsatz: Einsatz bedeutete, über den Kern von bereits aktiven Unterstützer*innen hinaus weitere Menschen der sogenannten „beweglichen Mitte“ zu mobilisieren – Menschen, die sich noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hatten, aber einige Werte der Kampagne teilten und daher motiviert werden konnten, zu unterschreiben.

Die erste Woche der Kampagne bescherte ihr direkt 100 000 Unterschriften. Doch dem Organisationsteam war klar, dass mit der Mobilisierung dieser frühen Welle engagierter Unterstützer*innen nur ein erster Schritt getan war. Die echte Arbeit lag unter anderem in der strategischen Kontaktaufnahme mit neuen, schwer erreichbaren Zielgruppen durch maßgeschneiderte Botschaften, der Zusammenarbeit mit unerwarteten Partnern und dem kreativen Einsatz von sozialen Medien.

„Wenn Sie eine Kampagne organisieren, vertrauen Sie auf die Kraft der Menschen! Selbst wenn eine Person nur wenige Unterschriften sammelt – sie zählen trotzdem. Also, vergessen Sie Ihr Ego und konzentrieren Sie sich auf das Ziel: eine Million Unterschriften.“ – Nika Kovač

Die Kampagne wurde besonders von Influencer*innen und Meinungsführer*innen unterstützt, die Steine aus dem Weg räumten, die der Algorithmus vieler Social-Media-Plattformen Inhalten, die als „politisch“ eingestuft werden, vermehrt in den Weg legt. Die kroatische Sängerin Severina nahm an der Pressekonferenz in Brüssel am 1. September 2025 anlässlich der förmlichen Einreichung der Initiative teil. So verbreitete sie die Botschaft der Kampagne und erreichte ein Publikum in der Region des ehemaligen Jugoslawiens und darüber hinaus. Die griechische Journalistin und Fernsehmoderatorin Anastasia (Natasa) Giamali sorgte mit Instagram Reels und Meinungsspalten für Reichweite in den klassischen und digitalen Medien. Ihre Erfahrung hat gezeigt, dass selbst Gegenwind – in Form von Angriffen reaktionärer Politiker*innen – ein Gewinn für die Kampagne sein kann, da dadurch Aufmerksamkeit entsteht.

 

Unterschriftensammlung und -überprüfung

„My Voice, My Choice“ nutzte für die Unterschriftensammlung das zentrale Online-Sammelsystem der Europäischen Kommission. Die Unterschriftensammlung begann am 24. April 2024 und wurde ein Jahr später abgeschlossen.

Die Initiative erhielt Unterstützungsbekundungen aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten. „My Voice, My Choice“ wurde der Kommission am 1. September 2025 zur Prüfung vorgelegt. Die Überprüfung der nationalen Behörden ergab, dass 1 124 513 Unterschriften von den gesammelten 1 224 998 gültig waren. Die erforderlichen Schwellenwerte wurden in 19 Mitgliedstaaten überschritten – also in mehr als doppelt so vielen Mitgliedstaaten wie im EU-Recht vorgeschrieben. 

 

„My Voice, My Choice“ erreichte die Schwellenwerte in 19 Mitgliedstaaten. Quelle: Website der Europäischen Bürgerinitiative, 2026. Die Liste mit den genauen Unterschriftenzahlen pro Mitgliedstaat ist auf der entsprechenden Webseite der Kommission zu finden.

In den Monaten vor der Einreichung der Initiative änderte das Organisationsteam seine Strategie: Anstatt weiter die Öffentlichkeit zu mobilisieren, setzte es jetzt auf den Austausch mit den Institutionen: Das Organisationsteam traf sich mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und legte so den Grundstein für eine positive Reaktion der Politik.

Was diese Initiative bewirkt hat

Einreichung und Treffen mit der Kommission

Die Initiative wurde am 1. September 2025 förmlich bei der Europäischen Kommission eingereicht. Noch am selben Tag organisierte das Organisationsteam eine Pressekonferenz in Brüssel, an der auch die kroatische Sängerin Severina und die griechische Journalistin Anastasia (Natasa) Giamali teilnahmen und der Initiative ihre Unterstützung aussprachen.

Am 1. Oktober 2025 traf sich das Organisationsteam gemäß Artikel 15 der Verordnung über die Europäische Bürgerinitiative mit Hadja Lahbib, Mitglied der Kommission für Gleichberechtigung sowie Krisenvorsorge und -management, und Bediensteten der Europäischen Kommission in der Europäischen Kommission in Brüssel. Nika Kovač und weitere Mitglieder des „My Voice, My Choice“-Teams vertraten die Initiative.

 

Öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament

Der Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) spielte eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Initiative „My Voice, My Choice“. Er nahm am 5. November einen Entwurf einer Entschließung zur Unterstützung der EBI an, der mit 26 Ja-Stimmen und 12 Nein-Stimmen und ohne Enthaltungen angenommen wurde. Diese Entschließung zeigt die breite Unterstützung im Ausschuss und war ein wichtiger Schritt für die Initiative. Am 2. Dezember 2025 hielt das Europäische Parlament eine öffentliche Anhörung zu der Initiative ab (Aufzeichnung). Diese Anhörung wurde vom FEMM-Ausschuss gemeinsam mit dem Petitionsausschuss (PETI) und anderen einschlägigen Ausschüssen (DEVE, SANT und LIBE) organisiert. 

Auch Kommissionsmitglied Lahbib hielt eine Rede. Das Organisationsteam stellte die Ziele der Initiative vor und stand den Mitgliedern des Europäischen Parlaments Rede und Antwort. 

 

Plenardebatte und Entschließung im Europäischen Parlament

Am 16. Dezember 2025 wurde die Initiative auf der Plenartagung des Europäischen Parlaments in Straßburg erörtert. Am 17. Dezember 2025 brachte das Europäische Parlament in einer mit 358 Ja-Stimmen, 202 Nein-Stimmen und 79 Enthaltungen angenommenen Entschließung seine Unterstützung für die Initiative zum Ausdruck. Die Berichterstatterin war Abir Al-Sahlani, MdEP (Renew, Schweden).

 

Die Aktivist*innen von „My Voice, My Choice“ feiern im Europäischen Parlament in Straßburg. Quelle: Website von „My Voice, My Choice“.

Die Entschließung war ein wichtiger politischer Meilenstein, der eine breite parteiübergreifende Unterstützung für die Ziele der Initiative unter Beweis stellte und der Kommission signalisierte, dass Maßnahmen im Bereich der reproduktiven Rechte im Parlament unterstützt werden (Pressemitteilung).

Antwort der Europäischen Kommission

Am 26. Februar 2026 antwortete die Europäische Kommission mit einer Mitteilung auf die Initiative. Nach sorgfältiger Analyse des Vorschlags und unter Berücksichtigung der Beschränkungen der Zuständigkeit der EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit gemäß den EU-Verträgen bestätigte die Kommission, dass die Mitgliedstaaten den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) nutzen können, um besseren Zugang zu sicheren und legal verfügbaren Abtreibungsdienstleitungen zu finanzieren.

 

Die Aktivist*innen von „My Voice, My Choice“ feiern vor der Europäischen Kommission in Brüssel. Quelle: Website von „My Voice, My Choice“.

Die Kommission betonte, dass die Unterstützung relativ schnell über bestehende Instrumente geleistet werden könne, ohne dass neue Rechtsvorschriften erforderlich wären. Die Mitgliedstaaten müssen sich freiwillig dafür entscheiden, die verfügbaren Mittel aus ihren ESF+-Programmen zuzuweisen oder umzuschichten.

„Das entspricht nicht genau unseren Forderungen, aber dieses Ergebnis bereitet den Weg dafür, dass dieses Recht eines Tages in der gesamten Europäischen Union geachtet wird. Mit unserer ursprünglichen Forderung wollten wir erreichen, dass speziell die medizinischen Verfahren finanziert werden, aber diese Antwort macht es sogar möglich, auch die Reisekosten zu zahlen. Das heißt, dass diese Antwort möglicherweise sogar mehr bewirken wird, als unsere ursprünglichen Forderungen“, Matteo Cadeddu, Mitglied des Kampagnenteams von „My Voice, My Choice“

Das Organisationsteam erkannte an, dass die Antwort zwar nicht genau seinen Forderungen entsprach, aber einen anderen sinnvollen und potenziell weitreichenden Weg eröffnete. Die nächste Phase der Kampagne wird sich darauf konzentrieren, einzelne Mitgliedstaaten zu ermutigen, Mittel aus dem ESF+ für die Verbesserung des Zugangs zu sicheren Abtreibungsdienstleistungen zu nutzen. 

Siehe die Pressemitteilung der Kommission und Ausführungen von Exekutiv-Vizepräsidentin Mînzatu und Kommissionsmitglied Lahbib zur Antwort der Kommission.

Was hat dazu beigetragen, dass die Initiative genügend Unterschriften sammeln konnte?

Eine einzigartige Zusammenarbeit

Durch die Unterstützung von über 300 Organisationen und ein umfangreiches Freiwilligennetzwerk, das sich über alle 27 Mitgliedstaaten erstreckte, wurde eine Kampagneninfrastruktur geschaffen, die die Dynamik über einen Zeitraum von 12 vollen Sammlungsmonaten aufrechterhalten konnte. Dank der Vielfältigkeit der Kampagne – von feministischen Organisationen bis hin zu Kletterverbänden, von Universitätsvereinen bis hin zu Sängerinnen – erreichte sie Menschen weit über das übliche Zielpublikum von Initiativen für reproduktive Rechte hinaus.

Strategischer Einsatz von Influencer*innen und Meinungsführer*innen

„My Voice, My Choice“ hat verdeutlicht, wie mithilfe beliebter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowohl algorithmische Barrieren für „politische“ Inhalte überwunden werden können und die Herausforderung, Menschen in 27 unterschiedlichen nationalen Kontexten zu erreichen, gemeistert werden kann. Die Online-Strategie der Kampagne war gut durchdacht, gezielt und, wenn nötig, auch mutig genug, um mit Personen in Kontakt zu treten, deren Unterstützung ungewiss war.

Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit

Für das Organisationsteam waren Fehler lehrreich. Es analysierte, was funktionierte und was nicht, und passte seinen Ansatz dementsprechend kontinuierlich an. Es organisierte Veranstaltungen bei alltäglichen Gelegenheiten, schnitt seine Botschaft auf die lokalen Gegebenheiten zu und baute Zusammenarbeit mit Partnern auf, die sonst eher nicht mit feministischer Interessenvertretung in Verbindung gebracht würden.

Konzentration auf die Phase nach dem Knacken der Eine-Million-Unterschriftenmarke

Für „My Voice, My Choice“ war die Eine-Million-Unterschriftenmarke nicht das Ende vom Lied. Das Team steckte viel Arbeit in die Phase nach der Unterschriftensammlung, indem es Beziehungen zu Mitgliedern des Europäischen Parlaments und Bediensteten der Kommission aufbaute, die Anhörung und Plenardebatte im Parlament vorbereitete und dafür sorgte, dass die Antwort der Kommission einen wirkungsvollen Weg eröffnete und nicht versperrte.

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